Zahn Transplantation

 

Röntgenbilder von einem transplantierten Weisheitszahnbelsky

Zahntransplantation

Zahntransplantationen bedeutet die Verpflanzung eines Zahnes von einem Ort an einen anderen.

Zahntransplantationen bieten die Möglichkeit, verloren gegangene oder fehlende Zähne auf biologische Weise zu ersetzen. Bei noch unvollständigem Wurzelwachstum, also jungen Patienten, ist die Chance groß, dass der Zahn völlig normal einheilt.

Das Risiko des Absterbens des Zahnnervs und der damit verbundenen notwendigen Wurzelbehandlung ist sehr eng mit dem Entwicklungsstand der Wurzel verknüpft. Umso mehr das Wurzelwachstum abgeschlossen ist, umso eher ist eine nachfolgende Wurzelbehandlung des transplantierten Zahnes notwendig.

Bei Erwachsenen, also bei abgeschlossenem Wurzelwachstum, können Zähne ebenfalls transplantiert werden, es muss eben nur eine Wurzelbehandlung des transplantierten Zahnes nach der Operation erfolgen. Was bedeutet nun abgeschlossenes Wurzelwachstum, dies ist anhand eines Röntgens leicht erklärt: Sie sehen einen Zahn rechts (roter Pfeil), mit abgeschlossenem Wurzelwachstum - die Wurzeln sind konisch zulaufend und enden in einer Spitze (grün), der dunkle Schatten (blau) ist der Zahnnerv. Der Zahn daneben (weißer Pfeil) ist ein Weisheitszahn und weißt kein abgeschlossenes Wurzelwachstum auf. Die Wurzelspitzen sind nicht konisch zulaufend (grün) und der Zahnnerv (blau) endet mit einer breiten Basis – alles Zeichen für ein nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum.

Der Patient sollte vor einer Transplantation saniert sein, also keine Entzündungen im Mund haben (z.B. Parodontitis) und/oder Karies. Bei der Operation wird der zu transplantierte Zahn (hier im Bild ein Weisheitszahn in der oberen linken Ecke) entnommen und an gewünschter Stelle eingesetzt. Nach der Operation erfolgt die Fixation meist durch Nähte.

Nach 2 Jahren ist das Zahnfleisch blass rosa, der Zahn ist gut eingeheilt und reagiert auf den Kältereiz, ein Zeichen dafür, dass der Zahnnerv bei der Transplantation keinen Schaden gezogen hat – mehr dazu im Video Kältereiz. Die Transplantation von Zähnen hat heute in der Zahnmedizin ihren festen Stellenwert als Alternative zu prothetischen, kieferorthopädischen oder implantologischen Versorgungen – fragen Sie Ihren Zahnarzt!

Alternativen zur Weisheitszahntransplantation wäre z.B. eine Implantation, eine Zahnbrücke, eine Prothese oder ein kieferorthopädischer Lückenschluss, jeweils abhängig von der Ausgangssituation.

Die Risiken der Zahntransplantation sind bei einem erfahrenen Operateur vernachlässigbar klein, trotzdem kann es natürlich in Einzelfällen zu Komplikationen kommen, die dann eventuell weitere Maßnahmen erforderlich machen. Bei jeder weiteren erforderlichen Maßnahme kann es wiederum zum Auftreten von Komplikationen kommen, die dann im Verlauf lebensbedrohlich sein können. Hier werden nur die speziellen Komplikationen der Zahntransplantation besprochen, diese wären:

  • nicht anwachsen des transplantierten Zahnes
  • Knochenentzündung (Osteomyelitis)
  • Verletzung umgebender Strukturen wie Zunge, Wange, Nerven, Blutgefäße, Nachbarzähnen und Nachbarwurzeln mit den jeweiligen Folgen
  • Wundinfektionen
  • Kieferbruch
  • Kieferhöhleneröffnung, dies kann dann in weiterer Folge zu Kieferhöhlenentzündung führen

Zum Glück sind solche Komplikationen aufgrund der positiven Entwicklungen in der Medizin der letzten Jahrzehnte, sehr selten geworden.

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