Zahnfüllungen - Unterschiede

Zahninlay auf Gips Zahnbelsky

Zahninlay

Welche Füllung ist nun die richtige, welche Füllung wo und wann?

Der Trend geht hin zu „weißen“ Füllungen, also weg vom Amalgam, Titan und Gold. Was vor wenigen Jahren noch ein Zeichen von Wohlstand war, nämlich den Mund voller Goldinlays, ist heute nicht mehr “in”.

Menschen wollen die natürliche Schönheit der Zähne, weiß ist „in“ – jedoch ist nicht alles was weiß glänzt auch „bio“ und somit gut für Ihre Gesundheit! Nun zum Detail, es gibt zahlreiche weiße Werkstoffe, da wären z.B. die Kompositkunststoffe; Glasionomerzemente = GIZ; Keramikinlays und Goldkeramikinlays. Jedoch Vorsicht! – Nicht alle sind für die Versorgung von Ihren Zähnen geeignet.

So sollten GIZ nur für kurze Zeit, z.B. als Überbrückungsfüllung, eingesetzt werden. GIZ halten in der Regel 1-2 Jahre dicht, dann sollten die Füllungen erneuert werden – am besten gegen ein Material welches länger hält.

Kompositkunststoffe können  als Versiegelung von Grübchen und Fissuren in der Kaufläche dienen. Berührungsflächen der Backenzähne können ebenfalls mit diesem Werkstoff versorgt werden. Kauflächen sollten nicht mit Kunststoffen versorgt werden. Leider geschieht dies immer wieder und leider sterben unter solchen Füllungen die Zähne nach einigen Jahren ab – die Folge sind Wurzelbehandlungen.

Der Patient empfindet nach Füllungslegung eine gewisse Zeit Schmerzen, die sich häufig wieder legen, der Zahnnerv hat dann aber schon meistens Schaden gezogen. Der Grund dieser Unverträglichkeit ist folgender: Die Kunststoffe bestehen aus lauter kleinen Bausteinen – sogenannte Monomere. Diese Monomere sind giftig, erst durch den Härtevorgang, werden sie ungifitg. Der Härtevorgang startet, sobald der Zahnarzt die Lampe auf die Füllung hält. Die Monomere verbinden sich untereinander – es entstehen lange Ketten – wie Legosteine. Diesen Vorgang nennt man Polymerisation, aus den Monomeren werden Polymere. Die Kunststoffe härten also dadurch, jedoch sind die Polymere nicht kaustabil – sie brechen. Es entstehen wieder giftige Monomerverbindung, diese schädigen dann den Zahnnerv. Deshalb gehören Kunststoffe nicht in den kaubelastenden Bereich.

Zwar gibt es „Komposit Gurus“, die sich auf das Legen von weißen Füllungen im Seitzahnbereich spezialisiert haben. Durch diverse aufwendige Tricks wird versucht die negativen Eigenschaften des Werkstoffes zu umgehen – Langzeitergebnisse fehlen aber noch. So aufwendig verarbeitenden Füllungen sind dann aber fast genauso teuer, wie z.B. Keramikinlays – halten aber dennoch nicht so lange.

Da wären wir schon bei den Keramikinlays, diese sind aus wissenschaftlicher Sicht für den Seitzahnbereich geeignet. Wichtig ist – das gilt für alle Kunststoffe, Kunststoffkleber – die richtige Verarbeitung, also die Klebeprozedur selbst und das Arbeitsumfeld – Verwendung eines Kofferdames ist unverzichtbar!

Goldkeramikinlays sind ein Auslaufmodell, dabei werden Goldinlays mit einer dünnen Keramikschicht verkleidet. Diese dünne Schicht splittert aber mit der Zeit ab – zu sehen sind dann wieder die unschönen Goldflächen.

Nicht alles was weiß glänzt ist also empfehlenswert, lassen Sie sich keine Kunststofffüllungen in den kaubelastenden Seitzahnbereich (Zähne 4-8 von vorne gezählt) legen!

Zahnröntgen mit Markierung von Initialkariesbelsky

Initialkaries

Wieso überhaupt Füllungen

Wetten Sie haben Ihre Zahnfüllungen/Kronen/Inlays oder fehlenden Zähne nur/hauptsächlich auf der Seite! Wieso haben Sie nur auf der Seite schlechte Zähne – o.k. vielleicht noch in der Oberkieferfront. Da haben Sie vielleicht halbmondförmige Füllungen, wenn Sie nicht schon einen Schritt weiter sind – nämlich das Sie Kronen haben. Aber wieso sind nur bestimmte Zähne schlecht? Wenn schlecht, dann wären doch alle schlecht! Aber keine Sorge, Sie sind nicht alleine – Sie können ruhig Ihren Mitmenschen in den Mund sehen und werden bemerken, dass alle „Ihre schlechten“ Zähne nur auf der Seite haben.

Der Grund ist einfach, die oberen Zähne berühren sich an dicken Kontaktflächen. Die unteren Zähne berühren sich an kleinen Kontaktflächen. Unten kommt die Zahnbürste üblicherweise zwischen die Zähne – oben nicht.

Deshalb entsteht Karies oben zwischen den Zähnen, sind die Füllungen dann beim Zahnnerv, dann wird wurzelbehandelt. Meistens kommen dann Kronen. Verwenden Sie eine Munddusche und/oder Zahnseide, reinigen Sie zudem Ihre Frontzähne  – sowie die anderen Zähne auch von hinten!

Wenn Sie diesen Artikel nun gelesen haben, dann wissen Sie, es gibt keine schlechten Zähne. Wieso haben wir aber nun die Füllungen auf der Seite … nun die Auslage, also die Front wird gut geputzt, hinten hascht man meistens nur drüber und lasst sich vom Frischegefühl der Zahnpasta täuschen. Die nicht weg geputzten Beläge (Putzdefizite im Seitzahnbereich) verursachen Karies – meistens schon in der Kindheit, die Zahnärzte klären nicht auf, sondern bohren nur. Und so kommt es, dass wir alle unsere Füllungen auf der Seite haben. Schlechte Gewohnheiten also, zusammen mit schlechter Aufklärung bringt uns kaputte Zähne!

Ausgerüstet mit diesem Wissen können wir nun einiges an unserer Mundpflege ändern – auf zum richtigen Zähne putzen:

  • Beginnen Sie zuerst hinten zu putzten, die leichten Stellen kommen zu letzt
  • Verwenden Sie mindestens 1Xtäglich eine Munddusche, keine Sorge, am Anfang kann das Zahnfleisch leicht bluten und schmerzen. Das vergeht aber in der Regel bald
  • Putzen Sie ordentlich, danach nehmen Sie eine Plaquetablette (gibt es z.B. in Apotheken zu kaufen) – nach dem Putzen also … überall dort wo Sie noch Beläge haben (kontrollieren Sie auch Ihre inneren Zahnflächen) sollten Sie nach Putzen. Durch das Nachputzen programmieren Sie Kopf und Hand neu ein und erlernen spielerische eine neue Putztechnik!

Ziel ist, dass Sie Ihre hinteren Zähne genauso gut putzen lernen wie Ihre Vorderen, wenn dann der Zahnarzt noch gute Arbeit macht und Ihre Zähne z.B. mit Keramikinlays versorgt, dann ist für sehr lange Zeit das Bohren vorbei.

Ein gewissenhafter Zahnarzt erklärt Ihnen diese Zusammenhänge in einem Erstgespräch – vor Therapiebeginn, denn das ist die eigentliche Therapie – die Aufklärung!

Vorweg, eine Investition in Ihre Zähne macht Sinn, wenn eine Änderung Ihrer Putzgewohnheiten eintritt. Der Grund wieso Sie Füllungen hauptsächlich im Seitzahnbereich haben liegt an einer nicht optimalen Putztechnik hinten – die Front wird normalerweise ausreichend geputzt -   mehr zu diesem Thema finden Sie im Video Zahnanomalien und Putztechnik!

Man unterscheidet Füllungen, die sich im Laufe der Zeit ändern, von Füllungsmaterialien, die sich nur langsam bis gar nicht ändern – immer vorausgesetzt Sie putzen gut!

Amalgame, Zemente und Kunststoffe ändern ihre physikalische Zusammensetzung, dadurch werden diese Materialien im Laufe der Jahre undicht. Große Kunststofffüllungen gehören nicht in den Seitzahnbereich, Schmerzen nach solchen Zahnfüllungen sind nicht selten, die Ursache ist eine chemische Reizung des Zahnnervs, eine Wurzelbehandlung ist dann häufig die Folge!

Generell können solche Füllungen können von 2 bis 10 Jahren halten, abhängig von:

•             der Form und Größe der Füllung

•             der Qualität der Verarbeitung

•             Ihrer Mundhygiene

•             Ihren Kaudrücken/Essgewohnheiten

Sie können sich vorstellen, dass wenn im Schnitt alle 5 Jahre die Füllungen gewechselt werden, ist nach 20 Jahren nicht mehr viel vom Zahn übrig, denn bei jedem Füllungswechsel, geht immer auch Zahnsubstanz verloren. Deshalb haben Sie Ihre größte Füllung meistens auf dem 6er, das war der erste Zahn beim Zahnwechsel.

Deshalb sollten junge Menschen besser in dauerhafte Versorgungen investieren, wie z.B.

•             Goldinlays

•             Keramikinlays

•             Titaninlays

Diese Füllungsmaterialein ändern sich kaum bis gar nicht, vorausgesetzt ist aber eine gute Mundhygiene, denn sonst wird auch das beste Goldinlay wieder undicht. Mit einer Änderung Ihrer Putzgewohnheiten und einer einmaligen Investition können Ihre Zähne ein Leben lang erhalten werden! Informieren Sie sich bei Ihrem Zahnarzt, welche Versorgungen er häufig macht, denn es nützt nichts das beste Material, bei unsachgemäßer Verarbeitung!

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