Revision

grafische Wurzelbehandlung Komplikationbelsky

Wurzelbehandlung Komplikationen

Wie jeder medizinische Eingriff ist eine Wurzelkanalbehandlung mit einer zwar hohen, aber doch begrenzten Erfolgssicherheit assoziiert.

Aufgrund der Komplexität des Hohlraumsystems, der möglichen bakteriellen unterschiedlich ausgeprägten Kontamination des Zahnnervs und der Limitationen der zur Verfügung stehenden Instrumente, Medikamente und Behandlungstechniken, aber auch aufgrund von Therapiefehlern kann die erste Wurzelkanalbehandlung eines Zahnes erfolglos sein.

Ziele der Revision ist die Beseitigung oder Prävention klinischer Symptome durch erneute Aufbereitung und dauerhaft bakteriendichten Verschluss des endodontischen Systems. Eine exakte Diagnose der Ursache eines Misserfolges soll vor der Entscheidung zu einer Revision vorgenommen werden, manchmal ist eine solche aber nicht möglich.

Zu den wichtigsten Ursachen wurzelbehandelter Misserfolge gehören:

  • Persistenz von Mikroorganismen nach der Erstbehandlung
  • unbehandelte Wurzelkanäle bzw. Wurzelkanalabschnitte
  • undichte Füllungen
  • Fremdkörperreaktionen

Wann sollte nun eine Wurzelbehandlung erneuert werden?

  • wurzelkanalbehandelte Zähne mit röntgenologischen Symptomen einer persistierenden oder neu entstandenen Infektion an der Wurzelspitze
  • wurzelkanalbehandelte Zähne mit klinischen Symptomen einer Infektion an der Wurzelspitze
  • wurzelkanalbehandelte Zähne mit röntgenologisch oder klinisch insuffizienter Wurzelkanalfüllung (z.B. mangelhafte Homogenität der Füllung, nicht behandelte Wurzelkanäle, nicht gefüllte Areale des endodontischen Systems, fragwürdiges und nicht mehr indiziertes Füllmaterial etc.) auch ohne klinische oder röntgenologische Anzeichen einer Infektion an der Wurzelspitze
  • Wurzelkanalfüllungen mit Exposition zum Mundhöhlenmilieu
  • wurzelkanalbehandelte Zähne mit progressiv verlaufenden Wurzelresorptionen

Gegenanzeigen zur Revision

  • nicht-endodontische Ursache der Erkrankung
  • fragliche Erhaltungswürdigkeit des Zahnes
  • Verbesserung des Ausgangszustandes und Beseitigung der möglichen Ursache nicht zu erwarten

Manchmal ist es sinnvoll den Wurzelkanal von hinten her zu versiegeln – man spricht von einer WSR mit Apexversiegelung! Ein Verzicht auf eine klassische Revision und die Entscheidung für einen rein „apikalchirurgischen“ Eingriff ist nur dann sinnvoll, wenn auf dem klassischen Wege ein ausreichender Zugang in das Holraumsystem des Zahnes oder eine Verbesserung des Zustandes auf diesem Wege nicht möglich/wahrscheinlich erscheint. Bei rein apikalchirurgischen Revisionen ist ein bakteriendichter retrograder Verschluss des Wurzelkanals anzustreben, mehr dazu im Video retrograde WSR.

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