Weisheitszahn OP

Röntgenbild von einem schiefen Weisheitszahnbelsky

Weisheitszahn schief

Weisheitszahn ziehen lassen oder nicht, drei Zahnärzte werden gefragt – vier Meinungen!

Wieso existieren so unterschiedliche Meinungen zur operativen Entfernung der Weisheitszähne? Nun das liegt an vielen Ursachen, z.B. unterschiedlichem Kenntnisstand die Indikation betreffend, wirtschaftlichen Interessen, unterschiedlichen Betrachtungsweisen, klimatischen Gegebenheiten und   vermutlich daran, dass die wenigsten Zahnärzte Weisheitszähne operativ entfernen können! Ausgebildet dafür sind eigentlich nur orale Chirurgen und/oder Mund-/ Kiefer-/ Gesichtschirurgen. Den Patienten wegschicken wollen die wenigsten Ärzte aus Angst man könnte ja den Patienten an einen anderen Kollegen “verlieren” und so wird halt zugewartet bis Probleme entstehen. Vorweg zur Begriffserklärung.

  • Häufig erreichen die achten Zähne – sogenannten Weisheitszähne – nicht die Kauebene. Sie liegen knapp unterhalb des Zahnfleisches und verursachen dann regelmäßig Schmerzen und/oder süßlichen Mundgeruch. Mediziner sprechen von „retinierten Achtern“, der Begriff der Retention bezeichnet eine Position des Weisheitszahnes, bei der nach Abschluss des Wurzelwachstums die Kauebene nicht erreicht wird.
  • Als teilweise retiniert gilt hierbei ein Zahn, bei dem Anteile der Krone die Mundhöhle erreichen, oder über den Parodontalapparat (Zahnfleischtasche) des benachbarten 12-Jahr-Molaren (7er) mit der Mundhöhle in Verbindung stehen.
  • Als vollständige retiniert gelten Zähne, die keinerlei Verbindung zur Mundhöhle aufweisen.
  • Der Begriff der Impaktierung bezeichnet die vollständige knöcherne Einbettung des Weisheitszahnes.
  • Als verlagert gilt ein Zahn, dessen Achse oder Position von der regulären Durchbruchsrichtung abweicht.

Weisheitszahn transplantieren!?

Was kostet ein Zahnimplantat? Implantat Kosten? OP Weisheitszahn? Danach wird im Web häufig gesucht, ebenfalls eine gute Frage wäre: Was kostet Weisheitszahntransplantation? Im Detail: Weisheitszähne müssen nicht immer entfernt werden, Sie können auch transplantiert werden. So kann z.B. ein schlecht wurzelbehandelter Zahn entfernt und durch einen transplantierten 8er ersetzt werden. Nicht immer muss eine Brücke oder ein Zahnimplantat gesetzt werden, häufig kommt man mit den eigenen Zähnen aus. Fragen Sie Ihren Zahnarzt!

Im Allgemeinen ist eine ambulante Behandlung ausreichend. Die Zahnentfernung kann quadrantenweise erfolgen oder mehrere/sämtliche Weisheitszähne in einer Sitzung umfassen. Eine Behandlung unter Narkose/Sedierung kann bei erwartbaren Problemen bei der Mitarbeit des Patienten, bei großem Gesamtumfang der zahnärztlichen Maßnahmen, bei Risikofaktoren oder auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten indiziert sein. Eine stationäre Behandlung kann beispielsweise bei schwerwiegenden Allgemeinerkrankungen oder besonderen OP-Verläufen indiziert sein. Der Stellenwert einer Antibiotikagabe vor und nach der Operation ist wissenschaftlich nicht einheitlich bewertet. Eine generelle Empfehlung kann daher nicht ausgesprochen werden. Eine Schmerztherapie ist effektiv im Hinblick auf eine Reduktion der Schwellung, sie ist aber nicht in jedem Fall erforderlich.

Nach der Weisheitszahn OP

... nimmt die Schwellung in der Regel bis zum 3 Tag zu, dann schwillt alles wieder ab! Worauf ist also zu achten? Welche Verhaltensregeln sind wichtig? Die unteren Angaben sind allgemeine Informationen, sollte Ihr Behandler Ihnen abweichende Informationen gegeben haben, dann sind diese selbstverständlich zu berücksichtigen!

  • Den Aufbißtupfer belassen Sie für eine halbe Stunde, dann können Sie diesen ausspucken, außer der Arzt hat Ihnen andere Anweisungen gegeben
  • Kühlen Sie das OP Gebiet, z.B. mit einem Cool Pack (eis auflegen), bitte nicht direkt auf die Haut, sondern z.B. in ein Tuch eingewickelt
  • Keine Nahrungsaufnahmen solange die Betäubungsspritze anhält, kauen Sie zudem auf der nicht operierten Seite
  • Meiden Sie Nikotin und Alkohol, des Weiteren scharfe, bröselige und rohe Sachen, sowie Milchprodukte an den ersten drei Tagen nach der Operation
  • Unterlassen Sie Zug an der Lippe/Wange, kein „Nachgucken vor dem Spiegel“
  • Mit der Mundpflege sollen Sie ab dem zweiten Tag (im Bereich der Wunde nicht mit der Zahnbürste reinigen, sondern mit einem Wattestieltupfer der in 3% H2O2 getaucht wird) beginnen.
  • Mundspülungen mit chlorhexidinhaltiger Mundspülung (z.B. Chlorhexamed) zweimal täglich (nicht länger als 2 Wochen) und mehrmals täglich mit 3%igem H2O2 verdünnt mit Wasser sind ebenfalls empfehlenswert. Spülen mit Kamillentee sind ebenfalls förderlich für die Wundheilung
  • Im OP Gebiet nicht mit der Munddusche reinigen!
  • Es besteht kein Grund zur Beunruhigung wenn nach dem chirurgischem Eingriff blaue Flecken, eine erhebliche Schwellung im Gesicht auftreten (bis zum 4. postoperativen Tag zunehmend), sowie erschwerte Mundöffnung und Temperatur bis 38,5°
  • Meiden Sie an den ersten paar Tagen nach der Operation Sonne und körperliche Anstrengung – schonen (keine Sauna, kein Sport, kein Wandern, …)
  • Bei Operationen im Oberkiefer und einer Eröffnung der Kieferhöhle absolutes Schneuzverbot für 8 Wochen; beim Niesen Nase nicht zu halten

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