Posttraumatischer Kopfschmerz nach Schädel-Hirn und Halswirbelsäulen Verletzungen

Illustration Kopfschmerzenchrisharvey - Fotolia

Kopfschmerzen

Verlauf
Junge Patienten mit einer sehr leichten Gehirnerschütterung z.B. ohne Bewusstlosigkeit erholen sich von den Unfallfolgen innerhalb einiger Tage.

Der klassische "Gehirnerschütterung Patient" mit kurzer Bewusstlosigkeit und einer Erinnerungslücke von weniger als 60 Minuten erholt sich im Regelfall innerhalb von 6-12 Wochen vollständig.

Das posttraumatische Syndrom nach einer schwereren Gehirnerschütterung bildet sich meist innerhalb von Monaten bis Jahren zurück. Nach einem halben Jahr sind mehr als die Hälfte der Patienten nach Schädel Hirn Trauma (SHT) kopfschmerzfrei. Nur ein gerniger Teil der Patienten mit SHT leiden noch 4 Jahre nach dem Trauma an Kopfschmerzen und nur ca. 10% - 15% zeigen keine vollständige Heilung des posttraumatischen Syndroms, das im Sinn mit Kopfschmerz, Nackenschmerz, Schwindel und objektivierbaren neuropsychologischen Defiziten und Störungen der Befindlichkeit bestehen bleibt.

Was sind die Symptome?

Schädel-Hirn-Traumen (SHT) und HWS-Beschleunigungsverletzungen (HWS-BV) werden in meistens von einem Kopfschmerz gefolgt, man nennt diesen deshalb auch: posttraumatischen Kopfschmerz (PK). Der PK kann sich unterschiedlich manifestieren. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen mit den Charakteristika eines Spannungskopfschmerz, Migränekopfschmerz, Clusterkopfschmerzes, oder auch eines zervikogenen Kopfschmerz.

Der Spannungskopfschmerz ist der häufigste Typ der posttraumatischen Kopfschmerzen. Neben cervikogenem Kopfschmerz und dem sekundären Kopfschmerz bei Schädelblutung sind in seltenen Fällen posttraumatische Kopfschmerzen möglich, die der Migräne oder dem Cluster-KS ähneln. Es kann sich ein Medikamenten induzierter Dauerkopfschmerz entwickeln, wenn bei akutem PK Schmerzmittel länger als 4 Wochen verabreicht werden.

Posttraumatischer Kopfschmerz vom Spannungstyp
Klinisch ist der Kopfschmerz vom Spannungstyp die häufigste posttraumatische Kopfschmerzform, gekennzeichnet durch einen dumpf - drückenden, ziehenden oder pressenden Schmerzcharakter. Der Schmerz ist üblicherweise im gesamten Kopf, kann aber bandförmig oder helmartig, im Nacken betont sein. Meistens kommt der PK vom Spannungstyp kontinuierlich, selten episodisch vor. Der Kopfschmerz tritt häufig erst nach einem beschwerdefreien Intervall von wenigen Stunden bis zu einem Tag, im Mittel ca. 5 Stunden nach dem Unfall auf.

Posttraumatischer zervikogener Kopfschmerz
Dieser Kopfschmerz ist zwar ebenfalls Nacken betont, jedoch typischerweise von hinten nach vorn ausstrahlend. Der Schmerzchrakter ist ziehend und nicht im gesamten Kopf, sondern streng einseitig und ohne Seitenwechsel. Zur Diagnosesicherung wird eine reproduzierbare mechanische Provokation des Kopfschmerzes durch definierte Kopfstellungen sowie eine erhöhte Druckschmerzempfindlichkeit eines speziellen Hirnnerven-Austrittspunktes gefordert. Gestützt wird die Diagnose durch Trauma bedingte knöcherne Verletzungsfolgen an der Halswirbelsäule.

Posttraumatische Kopfschmerzen vom Migräne-Typ
Der posttraumatische Kopfschmerz vom Migräne-Typ manifestiert sich auch einseitig, wechselt jedoch meist die Seite und ist in der Regel nicht von dumpf-drückendem oder ziehendem, sondern von pulsierendem Schmerzcharakter. Die Schmerzintensität verstärkt sich bei körperlicher Aktivität, vegetative Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Brechreiz, oder Schwindelgefühl verbunden mit Licht-/Lärmempfindlichkeit sind wie bei der klassischen Migräne häufig. Der PK vom Migräne-Typ kann mit einer Aura, mit neurologischen Reiz- und/oder Ausfallserscheinungen verbunden sein.

Posttraumatischer Kopfschmerz vom Cluster –Typ
Der posttraumatische Kopfschmerz vom Cluster-Typ unterscheidet sich klinisch nicht von dem primären Cluster-Kopfschmerz, ist jedoch therapeutisch schwerer zu beeinflussen. Im Vordergrund der Beschwerden steht ein Augen betonter, einseitiger, drückender oder pochender Kopf- und Gesichtsschmerz begleitet von einer lokalen Symptomatik des Auges betreffend (rotes Auge, rinnendes Auge, hängendes Augenlied, …)

Medikamenten induzierter Kopfschmerz
Nehmen Patienten wegen eines akuten posttraumatischen Kopfschmerzes Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum und/oder unkontrolliert ein, so kann sich ein Medikamenten induzierter Dauerkopfschmerz entwickeln. Dieser kann sich schon nach nur 4-wöchiger kontinuierlicher Schmerzmittel Einnahme manifestieren, tritt jedoch in der Regel erst nach mehrjährigem, meist missbräuchlichem Schmerzmittel'genuß' in Erscheinung. Der Medikamenten induzierte Dauerkopfschmerz tritt täglich auf, ist schon morgens vorhanden, ist von dumpf - drückenden Charakter, breitet sich über den ganzen Kopf aus und verstärkt sich bei körperlicher Belastung.

Therapie
Die Therapie des PK richtet sich nach der Ursache und dem Typ des Kopfschmerzes, am besten in einem Zentrum, welches auf Kopfschmerzpatienten spezialisiert ist!

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