Mundkrebs sowie Zungenkrebs

Patienten mit Mund Krebsbelsky

Mund Krebs

Der Mediziner spricht nicht von Krebs, sondern von einem Karzinom, oder einem bösartigem Tumor.

Tiere und Menschen bestehen aus vielen verschiedenen Zellen, verschiedene Zellgruppen bilden Organe mit ganz speziellen Funktionen. Jede Zelle enthält im Zellkern die Erbinformation, DNS (im engl. DNA genannt) in Form der Chromosomen. In der Erbinformation steht was aus der Zelle einmal werden soll, welche Aufgaben sie zu übernehmen hat und wann sie sterben soll.

Die Zelle selbst besteht aber nicht nur aus einem Zellkern, sondern aus verschiedenen Zellkompartimenten, so findet sich z.B. eine Art „Magen“, dann findet man Fabriken in denen neue Proteine, Kohlehydrate und Fette produziert werden. Zudem hat die Zelle ein eigenes Skelett, ein sogenanntes Zytoskelett. Dieses verschafft der Zelle nicht nur Form und Halt, sondern es transportiert auch Stoffe von einem Ort zum anderen innerhalb der Zelle.

So eine Zelle ist im Grunde aufgebaut wie wir, nur eben viel kleiner. Die DNS ist also wie ein Inhaltsverzeichnis - eine Gebrauchsanleitung der Zelle, wo alles genau niedergeschrieben steht. Dieses Inhaltsverzeichnis wird von speziellen Proteinen gelesen, dadurch werden Anweisungen an die entsprechenden Zellkompartimente übermittelt und es werden dann die entsprechenden Produkte gebildet.

Stellen Sie sich eine junge Herzzelle vor, entstanden ist sie aus Blutvorläuferzellen. Sie wächst und begibt sich im Embryo auf Wanderschaft, sie lässt sich an dem Ort nieder, wo einmal das Herz sein soll. Dort findet sie Ihresgleichen und verbindet sich mit diesen Zellen zu einem primitiven Vororgan. Die Information, die die Zellen benötigen um Ihren richtigen Platz zu finden, ist ebenfalls im Zellkern codiert.

Nun sagt der Zellkern unserer kleinen Herzzelle, bilde mehr vom Protein „Myosin“ und bau das dann in dein Zytoskelett ein, denn schließlich bist du ja eine Herzzelle und musst später am Herzschlag beteiligt sein. Gesagt getan und schon werden in den Fabriken der Zelle die entsprechenden Proteine gebildet und entsprechend in das Zellskelett eingebaut, irgendwann beginnt sich die primitive Herzzelle aufgrund der neuen Proteine zusammen zu ziehen, im Zellverbund ergibt sich daraus der Herzschlag.

Unsere Herzzelle hat aber so wie wir auch eine bestimmte Lebenszeit, dann muss sie Platz für neue Zellen machen, diesen programmierten Zelltod nennt der Biologe Apoptose. Wenn es soweit ist, dann benachrichtigt der Zellkern die Zelle, sie soll sich selber zerstören – also die Apoptose einleiten. An diesem Punkt sind wir wieder bei Krebs, funktioniert die Apoptose nicht, dann könnte aus dieser „nicht sterbend wollenden Zelle“ eine Krebszelle werden. Aber noch ist es nicht soweit, denn unsere Herzzelle will zwar nicht sterben, aber sie will sich auch nicht vermehren. Trotzdem wird ihr falsche Funktion sofort von speziellen Wächterzellen (dem Immunsystem) erkannt und die Zelle wird einfach ausgeschaltet – also zerstört.

Nehmen wir aber eine andere Herzzelle, wir haben ja viele davon. Sobald die Zellen ihren Bestimmungsort erreichen, beginnen sie sich in der Regel zu teilen, so lange bis sie keinen Platz mehr haben. Spezielle Rezeptoren an der Zelloberfläche signalisieren der Zelle, dass sie jetzt von allen Seiten von Ihresgleichen umgeben ist und sich nicht mehr teilen braucht, sondern ihre eigentlich zugewiesene Funktion übernehmen soll – in unserem Fall die Kontraktion.

Manchmal funktioniert nicht nur der Apoptose Mechanismus, sondern auch der Zellteilungsmechanismus nicht. Diese andere Zelle teilt sich also wie wild obwohl sie eigentlich keinen Platz mehr hat. Sterben will sie auch nicht, denn der Apoptose Mechanismus funktioniert auch nicht mehr, in der Zelle ist einiges durcheinander geraten, Signalwege funktionieren nicht mehr, falsche Proteine werden gebildet usw. Jede neue Nachkommenzelle hat den gleichen Defekt und teilt sich also ebenfalls wie wild, da ja aber der gesamte Zellstoffwechsel durcheinander gekommen ist, häufen sich bei den Nachkommenzellen immer mehr neue Fehler an. Diese sind entweder so gravierend, dass die Zelle sofort stirbt, oder aber es entsteht eine wirkliche Tumorzelle. Denn noch haben wir keinen bösartigen Tumor, unsere Zelle will zwar nicht sterben und teilt sich wie wild, doch sofort werden die Wächter (unser Immunsystem) aufmerksam und die entsprechenden Zellen werden zerstört.

Leider nicht alle, denn einige Zellen überleben den Angriff des Immunsystems durch neu angehäufte Fehler in der Erbinformation gelingt es den Zellen dem Immunsystem zu entkommen. Es geht ja drunter und drüber im Zellinneren und so erlangt die Zelle plötzlich die Fähigkeit, sich aus dem Zellverbund lösen zu können. Sie bildet nun ein Enzym, welches es der Zelle ermöglicht sich durch Gefäßwände zu knabbern und so gelangt unsere entartete Zelle an einen fremden Ort – eine Metastase ist entstanden, nun sprechen wir von einem bösartigem Tumor. Das Primum – also die Ursprungszelle kann dabei nicht immer zurückverfolgt werden, denn die Zellen verlieren durch die angehäuften Fehler immer mehr von ihrer ursprünglichen Form/Funktion. Solche Tumore werden als Tumore mit „unbekanntem Primum“ bezeichnet. Jeder von uns kann sich vorstellen, dass so viel Arbeit (Zellteilung, Wanderung) sehr viel Energie verbraucht. Daran stirbt dann auch der Mensch, entweder lässt sich die Zelle an einem sehr ungünstigem Ort nieder, wo man sie nicht entfernen kann, oder dem Körper wird so viel Energie entzogen, dass man an Energiemangel stirbt - meistens ist es eine Mischung von beidem.

Krebszelle unter dem MikroskopJuan Gärtner - Fotolia

Krebszelle

Ein bösartiger Tumor ist also eine eigene Evolution, entstanden aus einer deregulierten Zelle, die Zelle starb nicht mehr nach Programm, sie vermehrte sich wie wild, sie entschlüpfte dem Immunsystem und sie erlangte die Funktion in andere Gewebe einzubrechen. Zum Glück passiert sowas nicht allzu häufig, die meisten Zellen werden von unserem Immunsystem schon rechtzeitig abgefangen. Nun ist es klarer, wieso Substanzen, die die Erbinformation schädigen können, Tumore auslösen können. Alles was das Inhaltsverzeichnis der Zelle durcheinander bringt, kann also Tumore verursachen. Manche Menschen haben „mehr Ordnung“, manche Menschen „weniger Ordnung“ in Ihrem „Inhaltsverzeichnis“ – von Natur aus, also vererbt. Deswegen findet man immer wieder Familien, bei denen bestimmte Tumore gehäuft auftreten. Ob wir also an einem Tumor erkranken hängt von vielen Faktoren ab – einmal von unserer Erbinformation selbst, zudem von der Menge und Häufigkeit der schädigenden Substanzen denen wir ausgesetzt sind. Weiteres von unserem Immunsystem, welches wiederum von unserer Psyche „moduliert“ wird, all diese Aspekte sind sehr komplex miteinander verwoben.

Ein bösartiger Tumor ist also dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe dauernd wächst und zudem auch streut – metastasiert. Dieses unkontrollierte Wachstum verbraucht sehr viel Energie, Energie, die dem Menschen das Leben nimmt, deshalb magern Menschen mit bösartigen Tumoren sehr stark ab (Tumorkachexie), bevor Sie sterben. Brechen die Zellen in wichtige Blutgefäße ein und zerstören so die Blutzufuhr und/oder wächst der Tumor wo kein Platz ist, z.B. im Schädel, dann kommt es schon vor der Tumorkachexie zu Problemen, je nachdem in welchem Organ das unkontrollierte Wachstum stattfindet. Somit schädigen bösartige Tumore entweder direkt das Gewebe durch ihr unkontrolliertes Wachstum, oder aber der Mensch verliert immer mehr Energie, meistens limitiert beides in Kombination das menschliche Leben.

Wie kommt es nun aber zu einem Fehler in dieser Bibliothek? So können UV Strahlen die DNA der Hautzellen schädigen, aber auch Chemikalien können der Bibliothek schaden zu führen. Je nach Gewebe existieren verschiedene Schädigungsmöglichkeiten, die Lungenzellen mögen keinen Zigarettenrauch, die Leberzellen fühlen sich bei Alkohol nicht sehr wohl und Nierenzellen mögen z.B. keine Schwermetalle.

Egal ob Zungenkrebs, Mundkrebs oder irgendein anderes Tumor Leiden, solch eine Diagnose beunruhigt uns zu Recht. Das aber weit mehr Menschen an einem Herzinfarkt sterben und das Krebs sehr gute Heilungschancen hat wird allzu häufig vergessen!

Woher kommt das? Das liegt vermutlich daran, das Krebsleiden meistens eine langwierige Angelegenheit ist. Die Therapiedauer ist gemessen zu einem Herzinfarkt sehr lange. Der Herzinfarkt hingegen ist kurz und bündig, man hat einen, überlebt oder stirbt. Dieses Ereignis prägt sich somit nicht so negativ in unser Bewusstsein, trotzdem sterben mehr Menschen an einem Herzinfarkt, als an einem Tumorleiden.

Auf unserer Seite finden Sie einige Berichte über Mundkrebs und zudem viele Bilder – einfach im Suchfeld z.B. “Mundkrebs” eingeben und es werden Ihnen die entsprechenden Artikel und Bilder aufgelistet! Haben Sie keine Angst, Krebs kann man besiegen, umso mehr man darüber weiß, umso mehr steigen Ihre Genesungschancen. Davon rennen nütz nichts! Was können Sie tun um Zungenkrebs zu vermeiden? Ein paar Regeln gilt es zu befolgen, meiden Sie

  • Rauchen
  • Alkohol
  • scharfe und heiße Speisen
  • lutschen und beißen an Bleistiftmienen oder sonstigen Materialien

Führen Sie eine ordentliche Mundhygiene durch und sollte Ihnen einmal etwas komisch in Ihrem Mund vorkommen, dann suchen nach einwöchigem Zuwarten und fortbestehen der Veränderung  einen Arzt auf! Generell gilt, immer wenn Sie eine Wunde/Schleimhautveränderung im Mund haben und Sie Zahnprothesenträger sind, dann Prothese raus, aufhören mit jeglicher Medikation (auch keine homöopathischen Mittel) und eine Woche abwarten. Heilt die Schleimhautveränderung nicht von selbst nach einer Woche ab, dann sollten Sie in ein Schwerpunktkrankenhaus zwecks Biopsie.Mundkrebs Symptome werden leicht übersehen. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind deshalb wichtig.

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