Mundgeruch - Foeter ex ore - Halitosis

Grafik von Mundgeruchbelsky

Mundgeruch

Er wird als unangenehm bis abstoßend empfunden und gilt in der Gesellschaft sowie bei der Partnersuche als Killerkriterium.

Umso bemerkenswerter ist, dass Schätzungen zufolge jeder vierte Erwachsene in Europa ab und zu Mundgeruch hat. Etwa jeder fünfzehnte verströmt permanent schlechten Atem. Es wäre also angebracht, die Übelriechenden darauf aufmerksam zu machen. Aber den meisten ist das peinlich. Warum eigentlich? Es ist ähnlich wie beim Fuß- oder Achselschweiss: Viele sind betroffen, aber keiner spricht offen darüber, wer leidet, soll zum Arzt!

Mundgeruch wurde in der Zahnmedizin lange vernachlässigt. Erst in den letzten vier bis fünf Jahren sensibilisiere man den Nachwuchs auf das Thema. Und das sei notwendig und sinnvoll, denn in neun von zehn Fällen liege die Ursache von schlechtem Atem in der Mundhöhle.

Woher kommt Mundgeruch?

Neben schlecht gepflegten Zähnen und entzündetem Zahnfleisch ist Zungenbelag die häufigste Ursache für schlechten Atem. Auf der Zunge können sich Bakterien ansiedeln, die schlechte Gerüche verbreiten. Wer die Zunge mit Schaber oder Zungenbürste säubert, riecht wieder gut. Auch Stress kann Mundgeruch verursachen, er hemmt den Speichelfluss. Und in einem trockenen Mund fühlen sich geruchsbildende Bakterien wohl. Viele Businessleute sind im Mund top gepflegt, haben aber übel riechenden Atem. Der Grund: Sie stehen unter Druck und trinken zu viel Kaffee, was den Mund austrocknet. Das Mittel dagegen ist einfach: viel Wasser trinken und wasserhaltige Früchte essen.

Gibt es zuverlässige Selbsttests?

Jein, am ehesten funktioniert die Airbag-Methode: Man nehme eine geruchsneutrale Plastiktüte und atme sie voll. Dabei durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Dann den Sack verschließen. Um den Geruchssinn zu schärfen, an die frische Luft gehen, an frisch gemahlenem Kaffee oder einem Espresso riechen. Danach den Airbag vor der Nase ausdrücken. Oft empfohlen wird die «Wrist-Licking-Methode», bei der man mit der Zunge kräftig die Rückseite des Handgelenks ableckt und daran riecht. Das kann nur Hinweise auf Mundgeruch geben, wenn die Ursache dafür auf der Zunge liegt. Was definitiv nichts bringt: in die hohle Hand atmen und schnuppern. Die einzige echt zuverlässige Methode: eine Vertrauensperson fragen: «Habe ich eigentlich Mundgeruch?»

Was taugen Pastillen und Wässerchen?

An Mitteln mangelt es nicht: Sprays, Wässerchen zum Gurgeln, Chlorophylltabletten, Pfefferminzblättchen, die man auf der Zunge platziert. Sie übertünchen den Geruch für kurze Zeit, beseitigen aber nicht die Ursache. Wer unter Mundtrockenheit leidet, kann aber zu zuckerfreien Kaugummis oder Bonbons greifen. Auch sie beseitigen die Ursachen nicht, regen aber die Speichelproduktion an. Mundspühlungen, desinfizierende Lösungen, Odol, Meridol und Kaugummis können Mundgeruch also nicht dauerhaft beseitigen!

Zuerst muss festgestellt werden, handelt es sich um Mundgeruch (Foetor ex ore) oder um schlechten Geruch der Atemluft (Halitosis)!

Schlechter Geruch der Atemluft (Halitosis) kann auf

  • Lungenerkrankungen
  • Speiseröhrenerkrankungen
  • Magenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • systemische Erkrankungen wie Diabetes Mellitus

zurückzuführen sein. Ein Mundwasser, selbst eines das im „Warentest Mundwasser“ ausgezeichnet abschneidet, kann diesen Geruch nicht beeinflussen. Hier nützt wie immer nur eine Therapie der Ursachen, also z.B. eine Einstellung des Diabetes Mellitus, oder z.B. die Behandlung des Magenulkus. Mundwässer und Co nützen hier nichts. Leiden Sie unter Mundgeruch (Foetor ex ore), dann sind auch hier Mundwässer kaum wirksam, denn wie immer nützt die Behandlung der Symptome (schlechter Geruch) nichts. Man muss der Ursache schon auf den Grund gehen, so kann eine

  • Parodontitis
  • undichte Kronenränder
  • undichte Füllungen
  • Karies
  • Tonsillen
  • Tumore
  • Nasennebenhöhleninfektionen

zu schlechtem Mundgeruch führen. Sobald die Diagnose steht, wird kausal behandelt, das Symptom „Mundgeruch“ verschwindet dann von alleine. Einem gutem Zahnarzt sind diese Unterteilungen bekannt, ein Mundwasser belastet Ihre Geldbörse und trägt wenig bis nichts zur Besserung bei!

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