Kinderzahnheilkunde - Jugendzahnmedizin

Bild Säugling mit Kinderzahnbelsky

Kinderzahn Pflege

Milchzähne und Kinder allgemein erfordern anderer Therapiekonzepte als Erwachsene, wobei die Grundregeln gelten für beide!

Was meinen wir mit Grundregeln?

Es gibt keine schlechten Zähne, nur schlechte Gewohnheiten und/oder schlechte Aufklärung und/oder schlechte zahnärztliche Versorgungen!

Milchzähne gehören vom ersten Durchbruch weg ordentlich gereinigt. Zu Beginn reicht häufig ein sauberes Stofftuch, mit dem Sie zart die noch nicht ganz durchgebrochenen Milchzähne abwischen. Später zahlt sich der Kauf von einer kleinen Kinderzahnbürste aus, mit kleinem Borstenkopf und weichen Borsten. Nicht erschrecken, zu Beginn kann das Zahnfleisch leicht bluten, trotzdem weiter putzen.

Bei der Mundpflege sollten Sie genauso konsequent sein, wie bei dem Verbot: „bei Rot nicht über die Straße laufen“, denn Sie können die gesundheitlichen Konsequenzen einer schlechten Mundpflege abschätzen, Ihr Kind nicht! Ritualisieren Sie die Körperpflege allgemein, Spielsachen haben dabei, so wie beim Essen, nichts verloren, geben Sie die Zahnbürste dem Kind auch nicht zum spielen, so wird dem Kind leichter die Bedeutung des Putzens klar.

Zu Beginn eigenen sich Kinderzahngels zur Reinigung, in den ersten 18 Monaten können Sie aber auch ganz darauf verzichten! Um Ihrem Kind das Ausspucken leichter zu lernen, wechseln Sie, sobald das Zähneputzen gut geht, auf Zahnpasta oder Zahngel mit schlechtem Geschmack. So werden die Kinder nicht zum schlucken angeregt und lernen leichter das Ausspucken! Allgemein sollten Sie Ihrem Kind bis zum 10 Lebensjahr die Zähne nach putzen, denn erst mit 10 Jahren ist die Feinmotorik des Kindes überhaupt erst so weit entwickelt, dass eine gute eigene Mundpflege möglich wäre.

Der erste Arztbesuch – was ist zu beachten?

Nehmen Sie Ihr Kind mit zum Arzt, wenn Sie selber Ängste dabei haben, dann soll Ihr Partner das übernehmen. Wichtig ist ein lockerer Umgang, denn Ihr Kind bekommt Ihre Ängste und Verspannungen mit und übernimmt diese wo möglich. Lassen Sie sich zuerst vom Arzt untersuchen, Ihr Kind soll dabei zusehen, dabei sollte aber keine großartige Behandlung erfolgen, die das Kind womöglich noch abschrecken könnte.

Eine Konditionierung mit Belohnungen „wenn du brav bist, dann…“ ist nicht sinnvoll, Ihr Kind soll lernen, dass Vorsorge um Ihrer Selbstwillen wichtig ist, sonst kann später, wenn die Belohnungen einmal wegfallen, ein Arztmuffel aus Ihrem Kind werden! Der Arzt kontrolliert nur im optimalen Fall den Mund und kann später ein kleines Geschenk übergeben, so bleibt der Besuch dem Kind in guter Erinnerung, eine Belohnung Ihrerseits ist nicht mehr notwendig.

Was tun wenn doch schon Karies da ist?

Karies gehört immer entfernt, denn es ist eine Bedrohung für gesunde Zähne, ob und wie, sollte der Arzt klären. Generell gilt: kein sorgloser Umgang mit Vollnarkosen, häufig ist es besser, mehrere kleine Sitzungen! Sind aber mehrere Zähne kariös, oder müssen gar Zähne entfernt werden, dann ist eine Sanierung in Vollnarkose häufig sinnvoll, um Ihr Kind nicht unnötig zu traumatisieren.

Dabei sollte eine kontrollierte Narkose erfolgen, so wie im Spital! Kontrolliert bedeutet, dass Ihr Kind intubiert und beatmet wird. Zudem sollte eine Herz- Kreislaufüberwachung erfolgen, diese Punkte erklärt Ihnen normalerweise der Narkose Arzt.

Sobald die Zähne saniert sind, gehören diese gründlicher als zuvor geputzt, vor allem dort, wo Löcher waren - meistens ist das im Seitzahnbereich! Beginnen Sie deshalb die Zähne Ihres Kindes zuerst hinten zu putzen, denn da ist die Konzentration und damit die Kooperation am größten, zuletzt kommen die Frontzähne.

Manche Ärzte haben bunte Füllungsmaterialien, dass gefällt nicht nur den Kindern, sondern erleichter Ihnen auch die Putztechnik, denn Sie sehen wo die Schwachstellen waren und werden so jedes Mal daran erinnert. Ist eine Füllung gebrochen oder undicht – Sie bemerken einen schwarzen Spalt zwischen Füllung und Zahn - dann gehört die Füllung in der Regel gewechselt.

Wenn Ihrem Kind Milchzähne gezogen wurden, dann sollten die Lücken in der Regel mit sogenannten Platzhaltern versorgt werden, dadurch wird ein „nach vorne wandern“ der restlichen Zähne verhindert, Engstand der bleibenden Zähne kann die Folge sein.

Wurzelbehandlungen bei Kindern?

Im Gegensatz zum Erwachsenen werden die Wurzelkanäle von Milchzähnen nicht mit einem Material aufgefüllt, denn die Milchzahnwurzeln werden beim Zahnwechsel vom Körper resorbiert, das Wurzelfüllmaterial würde sonst zurückbleiben. Man verwendet stattdessen ein lösbares Medikament, welches in den Kanal rotiert wird und desinfizierende Wirkung hat. Dieses wird später zusammen mit den Wurzeln resorbiert, so kann Ihrem Kind kein Schaden entstehen.

Zahnspange bei Kindern?

Manche Fehlstellungen lassen sich sehr einfach in der Kindheit korrigieren, zudem wenn Sie durch eigene Schuld entstanden sind. So kann Daumen lutschen, aber auch das Fläschchen zu einer Zahnfehlstellung führen. Der Kieferorthopäde kann dies mit einfachen Mitteln beheben, wenn aber absehbar ist, dass Ihr Kind sowieso eine festsitzende Spange benötigt, dann sind Behandlungen im Kindesalter meist überflüssig.

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