Gesichtsschmerzen - Osteopathie

Mann mit Schmerz verzerrtem GesichtJames Group Studios - Fotolia

Kopfschmerzen

Oft werden Zahnärzte mit Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich konfrontiert, für die aber nicht nur ein Zahnproblem, sondern eine komplexe Entstehung vorliegt.

Häufig handelt es sich dabei um Schmerzen der Muskulatur, die ihre Ursache auch fern vom Kopf haben können. In interdisziplinärer Zusammenarbeit kann Schmerzpatienten oft schnell und dauerhaft geholfen werden. Eine dieser Disziplinen ist die Osteopathie, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern «osteon» für Knochen und «pathos» für Leiden zusammen und bedeutet eigentlich «Knochenleiden». Die Osteopathische Medizin wurde 1874 von dem Arzt A. T. Still begründet. Still suchte nach anderen Therapiemöglichkeit, denn die klassische medikamentöse Schmerztherapie war zur damaligen Zeit nur sehr begrenzt möglich. In der heutigen Zeit behandeln viele Ärzte Schmerzen vorwiegend mit Schmerzmedikamenten, andere Disziplinen sind in Vergessenheit geraten.

Die osteopathische Medizin war also in den Gründerjahren eine rein manuelle Behandlungsmethode, die vor allem bei den damals vorherrschenden Seuchen und Infektionskrankheiten eingesetzt wurde. Beweglichkeit auf jeder Ebene war das Motto! Die Osteopathie geht davon aus, dass schon kleine Verspannungen in Muskeln oder Bändern den Stoffwechsel im Gewebe verschlechtern. Sie sieht darin den Beginn einer Erkrankung. Leben zeigt sich in Form von Bewegung: wo Bewegung verhindert wird, macht sich Krankheit breit ist die Annahme. Die Zusammenhänge von Erkrankungen sind natürlich komplexer, durch die heutige Vernetzung von Wissen, ist aber ein vielseitiger Behandlungsansatz möglich. Das Ziel der klassischen osteopathischen Medizin ist die Beweglichkeit bis hin zur zellulären Ebene im Körper wieder herzustellen und damit die Selbstheilungskräfte anzuregen.

Der osteopathisch geschulte Therapeut hat ein detailliertes Wissen der Anatomie und Physiologie des Körpers. Ein wesentlicher Hintergrund für die

Rückansicht eines Skeletts mit Schmerzpunkten als Symbol für OsteopathieFotolia - Sebastian Kaulitzki

Osteopathie

osteopathische Medizin ist, mit diesem Bewusstsein den Körper zu behandeln. Entscheidend ist, mit Bewusstsein in den Händen die Strukturen des Körpers so zu mobilisieren, dass Beweglichkeit und Bewegung wieder möglich sind. Eine wichtige Struktur sind die bindegewebigen Hüllen des Körpers. So wird z.B. jeder Muskel, jede Sehne von solchen bindegewebigen Hüllen umgeben.

Es werden drei Hauptbereiche der osteopathischen Behandlung unterschieden: Die parietale Osteopathie konzentriert sich auf die Wirbelsäule und die Gelenke an den Händen und Füssen. Mit bestimmten Griffen werden Wirbel und Gelenke in ihre natürliche Lage gebracht. Allerdings gilt das osteopathische Vorgehen als das sanftere, risiko-und nebenwirkungsärmere Vorgehen.

Bei der viszeralen Osteopathie wird die Lage und damit die Funktion der inneren Organe normalisiert. Bei der craniosacralen Osteopathie wird nur der Schädel mit feinen Griffen behandelt und es werden die Schädelplatten leicht verschoben. Damit werden ihre Beweglichkeit verbessert und auch die Spannungsverhältnisse der Hirnhäute beeinflusst.

Der Begründer der craniosacralen Osteopathie war der osteopathische Arzt William G. Sutherland, der von 1873 bis 1954 in den USA lebte. Seine Arbeit basierte auf der Annahme, dass das Gehirn sowie auch das Hirnwasser eine autonome und rhythmische Bewegung haben. Diese gemeinsame Bewegung von Hirn und Hirnwasser nannte Sutherland im Gegensatz zur Lungenatmung das primäre Atemsystem oder «Breath of Life». Diese Bewegung überträgt sich nach dieser Annahme, auf das ganze Craniosacral-System, d.h. auf die Hirnhäute, die einzelnen Schädelknochen, die Wirbelsäule und das Kreuzbein. Von dort überträgt sich die Bewegung auf das Skelett, das Bindegewebe und weiter auf den ganzen zum grössten Teil aus Wasser bestehenden – Organismus. Innerhalb der osteopathischen Medizin war die craniosacrale Osteopathie nie breit akzeptiert, dies vor allem, da ein Grundsatz Sutherlands besagt, dass die Schädelknochen bis ins hohe Alter beweglich bleiben. Dieser Grundsatz widersprach damals wie auch heute noch der gängigen anatomischen Lehre. Wegen der geringen Akzeptanz innerhalb der osteopathischen Medizin entwickelte sich die craniosacrale Osteopathie als eigene unabhängige Methode. Viele osteopathische Thesen stützen sich auf uneinheitliche Expertenmeinungen und Überlieferungen. Die craniosacrale Osteopathie gehört wie die ganze Osteopathie in den Bereich der Erfahrungsmedizin. Es existieren von den Universitäten keine grösseren Untersuchungen zu dieser Therapie.

This post is also available in: Englisch

on No Comments Yet

Schreibe einen Kommentar

You must be logged in to post a comment.