Sogenannte Apps gibt es heute für fast jeden Bereich im Leben und jede Branche. So auch für Zahnärzte. Mit den jeweiligen Inhalten soll das Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient verbessert werden. Ob und wie dies zutrifft, soll in diesem Beitrag geklärt werden.

Zahnarzt-Apps und Patienten-Apps


Bei den auf dem Markt befindlichen Dental-Apps wird zwischen zwei Gruppen unterschieden. Einmal die Apps für Zahnärzte und Zahntechniker sowie die Apps für die Patienten. Dabei zeigt sich jedoch ein recht unausgewogenes Verhältnis. Während auf der Seite der Zahnärzte und Zahntechniker zahlreiche unterschiedliche Apps zu finden sind, hält sich die Anzahl an Patienten-Apps in Grenzen. Dabei wird sich die Zahl der beruflich genutzten Apps, also der von Zahnärzten und Technikern, voraussichtlich aufgrund ihres Nutzens noch weiter erhöhen. Mithilfe der Dental-Apps wird die Kommunikation zwischen Zahnarztpraxis und Zahntechniker-Labor verbessert. Neben der Möglichkeit, Patientendaten und Röntgenbilder zu übermitteln, bieten die Apps Tipps zur Rechtslage und übersetzen Fachbegriffe in Fremdsprachen. Die professionell genutzte App schließt eine Lücke innerhalb moderner Zahnarztpraxen und Technikerlabore, die sonst schon weitestgehend digitalisiert arbeiten. Mit den Apps entfällt beispielsweise die Übermittlung von Unterlagen in Printform, die zusätzlich Zeit und auch Geld kostet.

Die Infoskop® Produktsuite ist eine solche App, die eine Form der digitalen Praxis darstellt. Sie ermöglicht nicht nur die Kommunikation zwischen Fachleuten, sondern bietet gleichermaßen dem Patienten den Einblick in seine Versorgungsleistung. Hier stehen die jeweiligen Patientendaten, aber auch Illustrationen und Videos zur Verfügung. Auf diese Weise erfährt der Patient genau, welche Art der Behandlung vorgenommen wird. Der Zahnarzt kann so etwa über das iPad dem Patienten den Behandlungsvorgang darlegen und damit das Vertrauensverhältnis stärken.

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Apps ähnlicher Art stehen im Internet in großer Anzahl kostenlos zur Verfügung, allerdings bezahlt hier der Zahnarzt oder der Patient über den Umweg der Werbung von zahnmedizinischen Produkten. Selbst speziell auf das Smartphone zugeschnittene Dental-Apps finden sich, die gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen. So etwa der Zahnspangen-Konfigurator, mit dessen Hilfe Zahnspangen individuell gestaltet werden können. Derartige Patienten-Apps sind meist so aufgebaut, das ihre Inhalte für den Nutzer verständlich sind. Zahnärztliches Fach-Chinesisch kommt nur selten vor.

Eine gute Dental-App für Patienten zeichnet sich durch ansprechende und verständliche Inhalte und eine optimale Betreuung aus.

Eine Kurzvorstellung verschiedener Dental-Apps

Mit der Dental-App „Zahnarzt-Notdienst“ ist es möglich, über das Smartphone diensthabende Zahnärzte und deren Telefonnummern in der Umgebung des Nutzers aufzurufen. Notwendig ist hierzu nur die Ortungsdienst-Aktivierung auf dem Handy (GPS). Diese App ist sowohl für iOS wie für Android verfügbar.

Die „Zahn-App“ ist eine Software der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg und bietet Patienten eine Vielzahl an Informationen, so etwa die Bonusheft-Dokumentation, ein Zahnlexikon oder eine Zahnputzuhr für Kinder sowie Tipps zur Zahnpflege für Erwachsene. Auch diese App erlaubt die Zahnarztsuche in Standortnähe, jedoch nur in Baden-Württemberg. Zur bundesweiten Suche bietet sich die App “Zahnarztsuche“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an. Beide Produkte stehen für iOS oder Android zum kostenlosen Download bereit.

(checkdent.com) screenshots-jameda„Jameda“ ist eine Bewertungsapp, die gleichzeitig eine Zahnarztsuche beinhaltet. Auf der Webseite von Jameda sind 827 Zahnärzte mit ihrem Profil und Bewertungen hinterlegt, bei denen zugleich eine Terminvereinbarung online möglich ist. Jameda läuft auf iOS und Android.

Die Dental-App „Infoskop®“ ist inhaltlich darauf ausgerichtet, den Patienten im Vorfeld über den Behandlungsvorgang aufzuklären. Dazu kann der behandelnde Arzt verschiedene 3D-Animationen verwenden, die als Vorlagen in der App eingebunden sind. Die App, die aktuell nur für das iOS-Betriebssystem der Apple-Geräte konzipiert ist, erlaubt die vergrößerte Darstellung der Bilder auf dem iPad. Neben Behandlungsvorgängen können auf Infoskop auch Patientendaten, Diagnosen und Röntgenbilder hinterlegt werden, um beispielsweise das oft beschworene papierlose Büro oder die papierlose Praxis zu realisieren und natürlich auch, um vereinfacht mit Zahnlaboren oder Zahntechnikern zu kommunizieren.

Sind Dental-Apps wirklich sinnvoll?

Natürlich haben Zahnärzte und Zahntechniker eine andere Betrachtungsweise zu den von ihnen genutzten Instrumenten als ein Patient. Der Zahnarzt wie auch der Zahntechniker wählt die App aus, die für ihn oder sie das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis besitzt. Bei den Patienten von Zahnärzten bestehen weit mehr unterschiedliche Ansichten darüber, was eine App zu leisten hat. Das kann dazu führen, dass die Auswahl der jeweiligen App manchmal mit Vorstellungen begründet wird, die zwar dem Gefühl des Patienten entgegen kommen, ihm oder ihr aber nicht wirklich nutzen. Dabei ist es vor allem die weit verbreitete Angst vor dem Zahnarzt, die dazu führt, dass an Heilsversprechen geglaubt wird, die eine App nicht wirklich leisten kann. Tatsächlich bestehen Apps auf dem Markt, die dem Angst-Patienten die Überwindung dieser mittels Hypnose versprechen. Dafür gibt zwar keiner der Anbieter eine Garantie, kostenpflichtig sind diese Apps aber durchweg alle.

Eine App kann das Gespräch mit dem oder der Zahnärztin nicht ersetzen. Der Angst-Patient muss Vertrauen haben, aber nicht in sein Smartphone, sondern in den behandelnden Arzt. Eine Dental-App ist eine Software, die durch Tipps und Ratschläge die Zahnpflege erleichtern kann, im Notfall einen Zahnarzt in der Nähe findet oder auf der Daten hinterlegt sind. Der große Rest ist eine Sache zwischen Zahnarzt und Patient

 

Stefanie-HoderInformationen zum Author: Stefanie Hoder ist für die Dürrschmidt Dentalhandels GmbH, welche einen Onlineshop für Dentalbedarf betreibt, in der Redaktion tätig. Recherchen und Kooperationen im Bereich Zahngesundheit gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

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