Defektaugmentation in der zahnärztlichen Chirurgie

Grafik eines Mundes mit Einzelzahnlücke und KnochenabbauCheck Dent

Defektaugmentation

Defektaugmentation ist ein Fachausdruck in der zahnärztlichen Chirurgie.

Der Ausdruck  umschreibt verschiedene Knochenaufbaumethoden bei Kieferdefekten. Knochendefekte im Kiefer können aufgrund verschiedener Ursachen entstehen. Zum Beispiel kann nach einer Entfernung einer Kieferzyste ein sogenannter „solitärer Knochendefekt“ resultieren.  In der Animation sehen sie eine Knochenhöhle unmittelbar nach einer Zystenentfernung, diese füllt sich normalerweise von den Seiten mit Blut, das Blut wird später wieder zu Knochen umgewandelt. Bei größeren Zysten kann  dieser Vorgang gestört sein, denn der entstandene Blutpfropf zieht sich proportional zu seiner Größe, zusammen – der Blutpfropf wird also umso kleiner umso größer der Knochendefekt ist. Ist der Defekt zu groß, dann schrumpft der Blutpfropf so stark, dass er keinen Kontakt mehr zu den Knochenwänden hat, Blutgefäße können dann nicht mehr von den Knochenwänden in den Blutpropf einwachsen – dies ist aber eine wichtige Voraussetzung für knöcherne Regeneration. Eine Umwandlung des Blutprofes in Knochengewebe ist dann also nicht möglich – es resultiert ein Knochendefekt. Solche Knochendefekte sind schlecht geeignet für z.B. Implantate, zudem können diese Defekte auch Schmerzen bereiten, vor allem bei größeren Knochenhöhlen.

Um Ihnen solch eine Komplikationen zu ersparen, sollten größere Knochendefekte wie hier in der Animation gezeigt, sofort nach der Zystenentfernung mit Knochenersatzmaterial gefüllt werden. Dadurch kann der Blutpfropf nicht in sich zusammenfallen – ein Beispiel für eine Defektaugmentation.

Ein weiteres Beispiel für Defektaugmentationen wäre der Knochenverlust bei Parodontitis. Sie sehen einen Zahn, bei dem isoliert der Knochen zurückgegangen ist, solche isolierten Defekte lassen sich gut mit Knochenersatzmaterial wieder aufbauen. Die Schleimhaut ist zur Seite geklappt, Knochenersatzmaterial wird eingebracht und die Wunde vernäht. Über einige Wochen wird der aufgefüllte Defekt wieder zu Knochen umgewandelt. Wiederum ein Beispiel für eine sogenannte Defektaugmentation, dieses mal nicht um ein Implantatlager zu schaffen, sondern um einen Zahn zu therapieren.

Alternativen zu der geplanten Operation hängen von der jeweiligen Indikation ab, natürlich kann man immer auf eine Augmentation verzichten, mit den jeweilig möglichen Folgen.

Die Risiken der Operation sind bei einem erfahrenen Operateur vernachlässigbar klein, trotzdem kann es natürlich in Einzelfällen zu Komplikationen kommen, die dann eventuell weitere Maßnahmen erforderlich machen. Bei jeder weiteren erforderlichen Maßnahme kann es wiederum zum Auftreten von Komplikationen kommen, die dann im Verlauf lebensbedrohlich sein können. Hier werden nur die speziellen Komplikationen eine Augmentation besprochen, diese wären z.B.:

  • bei Verwendung von Fremdmaterial besteht die Gefahr von Übertragung  von Krankheiten
  • nicht Einheilung des Augmentats
  • Entzündung des Augmentats

Zum Glück sind solche Komplikationen aufgrund der positiven Entwicklungen in der Medizin der letzten Jahrzehnte, sehr selten geworden.

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