Abdruckfehler beim Zahnabdruck

durchgedrückter Alginat Zahnabdruckbelsky

Abdruckfehler

Unter Abdruckfehler fasst man alle nicht erwünschten Komplikationen die bei der Abdrucknahme eintreten können zusammen.

Der Abdruck ist die Ausgangsbasis für Ihren Zahnersatz, Fehler die bei diesem Arbeitsschritt passieren, ergeben zwangsläufig einen ungenauen Zahnersatz. Sie sehen eine kurze Zusammenfassung der Arbeitsabläufe, die nach dem Zahnabdruck erfolgen – der Abdruck wurde aus dem Patientenmund  entfernt und dem Techniker übermittelt, dieser gießt den Abdruck mit Gips aus und erhält so Ihre Mundsituation in Gips – man spricht vom Gipsmodell. Auf diesem Model fertigt der Zahntechniker dann den Zahnersatz an.

Einer der häufigsten Fehler bei der Abdrucknahme sind Luftblasen im Abdruck. Durch die Applikation mit einer feinen Vorspritze, können die meisten Luftblasen vermieden werden, verpusten der Abdruckmasse mit dem Luftpuster vermindert weiter diese Fehlerquelle.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Fehlen der Präparationsgrenzen. Wenn der Zahnarzt den Zahn für eine Krone beschleift, dann entsteht eine Präparationsgrenze, das ist der Übergang vom nicht beschliffenen Zahn zum beschliffenen hin. Diese Präparationsgrenze muss unbedingt auf dem Abdruck abgebildet sein, denn sonst weiß ja der Techniker nicht, bis wohin er die Kronenränder machen soll. Häufig verdeckt nämlich Blut, Speichel oder das Zahnfleisch selbst die Präparationsgrenzen.

Wird der Abdruck also ohne Vorbereitung durchgeführt, dann kann das Abdruckmaterial die Präparationsgrenzen nicht umfließen – die Folge ist ein Zahnabdruck mit fehlenden Grenzen. In der Praxis sieht der Techniker häufig aufgrund schlechter Abdrücke keine Präparationsgrenzen – er legt sie dann selber fest – normalerweise werden dann die Grenzen ein paar Millimeter unter das Zahnfleisch gelegt – dort wo sie die undichten Kronenränder nicht bemerken.  Die Folge ist ein Zahnersatz (in dem Fall eine Krone), die nicht dicht abschließt und das Zahnfleisch zudem reizt – Sie merken Zahnfleischbluten und Zahnfleischrückgang. Dieser Fehler lässt sich durch einlegen von Fäden vor dem Abdruck und der Präparation vermeiden, mehr dazu im Video Zahnabdruck.

Das Abdruckmaterial kann sich natürlich auch verziehen, dies passiert vor allem dann wenn es zu alt ist, wenn die Verarbeitungszeiten nicht eingehalten werden, oder wenn es falsch gehandhabt wird. So sollte z.B. aufgrund der Zahnstellung der Abdruck im Oberkiefer auf der Gegenseite des Beschliffes zuerst gelöst werden (beschliffenen Zähne sind blau), denn dadurch wird der Abdruck in Längsrichtung vom beschliffen Zahn abgezogen und somit am wenigsten verzogen. Die Zähne im Unterkiefer sind nach innen geneigt, somit sollte der Abdruck im Unterkiefer zuerst auf der Beschliff Seite gelöst und abgezogen werden. Löst man den Abdrucklöffel also auf der falschen Seite, dann kommt es zum größeren Verzug der Abformmasse. Berücksichtigung solcher Kleinigkeiten verhindern ein verziehen des Abdruckes.

verschiedene Zahnabdrucklöffelbelsky

Zahnabdrucklöffel

Weiters sollten Abdrücke immer mit ganzen Löffeln durchgeführt werden. Teillöffel sind in der Regel ungenau, da die Gipsmodelle nicht eindeutig in Position zueinander gebracht werden können. Bei einem Teillöffel erhält der Techniker Teilmodelle, diese sind zueinander schwenkbar und somit nicht eindeutig zu positionieren, der Zahnersatz ist nicht genau modellierbar. Bei einem ganzen Abdruck erhält man ganze Kiefermodele und somit einen sogenannten Dreipunktkontakt. Die Modelle sind dadurch nicht schwenkbar. Erst so kann der Techniker einen eindeutig passenden Zahnersatz herstellen.

Ein Vorabdruck verhindert, dass die Zähne den Abdrucklöffel berühren – sogenanntes durchdrücken. Schimmert im Abdruck der metallische Löffel durch, dann ist der Abdruck aufgrund durchdrücken zu wiederholen – hier im Bild markieren die beiden Pfeile die durchgedrückten Stellen. Beim durchdrücken wird der entsprechende Zahn ein wenig ausgelenkt und somit entsteht eine falsche Abformung, der Techniker fertigt dann unweigerlich einen nicht passenden Zahnersatz an – langes Einschleifen und/oder undichte Kronenränder sind die Folge.

Zu guter letzt sind noch Fehler die beim Transport des Abdruckes (z.B. zu lange Transportwege, oder nicht optimale Verpackung des Abdruckes) und/oder beim Techniker passieren können nicht zu vergessen. All diese Fehler aber lassen sich zum Glück bei guter Kooperation Arzt-Techniker-Assistentin vermeiden!

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