Kieferschmerzen – Kiefergelenksschmerzen, was tun?

Es kommt unverhofft, beim Sprechen, beim Gähnen, oder einfach nur beim Kauen – plötzlich verspürt man einen Stich und die Mundöffnung schmerzt und ist zudem vielleicht noch eingeschränkt.

Was tun?

Zu allererst locker bleiben, denn so wie jedes andere Gelenk, kann auch das Kiefergelenk einmal „verknöcheln“. Bei Bergwanderungen passiert dies nicht allzu selten – nur halt dem Sprunggelenk, beim Kiefergelenk werden die Betroffenen mehr überrascht und sind dadurch deutlich mehr verunsichert! Zudem muss es nicht immer das Kiefergelenk sein, Muskelschmerzen können Zahnschmerzen und Kiefergelenksschmerzen täuschend echt imitieren!

Das Wichtigste in solchen Fällen können Sie selbst einmal machen, schonen und ruhig bleiben! Keine Kaugummis, keine weichen kau intensiven Speisen, kühlen und Schmerzmedikation. Zudem suchen Sie sich einen Behandler, der sich mit Gesichtsschmerzen auskennt, wenn der Behandler den Begriff „Cranio mandibuläre Dysfunktion“ – CMD – in den Mund nimmt, dann sind Sie vermutlich nicht gut aufgehoben.

Myoarthropathie – MAP – ist die treffendere Bezeichnung für Ihre Problematik. Der Behandler wird vorerst durch klinische Untersuchungen sehr einfach zwischen Kiefergelenksschmerzen und Muskelschmerzen unterscheiden und dann die entsprechende Therapie einleiten. Was erwartet Sie bei der Therapie? Nichts und alles, häufig reicht gute Aufklärung und Schonung, ev. Physiotherapie, ev. Mundöffnungsübungen, ev. eine Schienentherapie – hier hat sich die sogenannte Michigan Schiene bewährt. Zahnspange, Kronen, Brücken sind nicht indiziert und bringen nichts! Das Kiefergelenk kann sich an veränderte Belastungen anpassen – z.B. nach Zahnverlust, neue Prothesen usw., es benötigt nur ein wenig mehr Zeit, denn die biologischen Umbauvorgänge sind nicht so schnell wie der Zahnarzt. Lassen Sie sich nicht durch bildgebende Diagnostik wie MRT, Aussagen wie “Diskusverlagerungen ohne Reposition” verunsichern. All das hat mit Ihren Problemen nichts zu tun, viele Menschen haben eine Diskusverlagerung und nie Probleme, viele haben ein „kaputtes Gelenk“ laut MRT und keine Probleme, viele haben Bilderbuch Gelenke und trotzdem Probleme! Heute weiß man, dass diese Dinge nicht in Korrelation zur akuten Problematik stehen und somit bei der MAP irrelevant sind! Auch Kiefergelenk knacken, Kiefergelenk Geräusche, Kiefergelenk Arthrose sind, solange Sie keine Beschwerden haben, nicht Therapie bedürftig! Der Nutzen einer  Arthrozentese, also einer Gelenksspülung, ist nicht wissenschaftlich anerkannt, trotzdem wird sogar auf Unikliniken immer wieder kräftig gespült. Auch existiert keine Relation zwischen Fehlbiss und Kiefergelenksproblemen, nur Patienten mit einem Vorbiss – sogenannte Klasse 3 Patienten – leiden interessanterweise seltener an Kiefergelenksproblemen.

Zusammengefasst kann man sagen, in der akut Phase:

  • Schonung, keine Kaugummis, Gummibärlis und andere kauintensiven Speisen
  • Vorsichtige Mundöffnung (kein gähnen, kein oral Sex, Äpfel zerschneiden, …)
  • Schmerzmedikation
  • eventuell Michigan Schiene

Andere Therapien sind eher falscher Aktionismus, die Ihnen wenig bringen!

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